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Was ist Fülle?

Fülle ist einer dieser Begriffe, der in der spirituellen Szene inflationär gebraucht wird. „Geh in die Fülle“, „das Fülle Mindset“, Fülle hier, Fülle da und wehe wenn du nicht in der Fülle bist. Dann bist du … ja, was eigentlich? Und was ist Fülle denn?
Gerhard Zirkel
26.02.2024

Wikipedia schreibt unter Anderem: „Das Wort „Leben in Fülle“ bezeichnet im religiösen Kontext ein erfülltes, nach ethischen Grundsätzen ausgerichtetes, im Wesentlichen zufriedenes Leben“ 

Alles irgendwie sehr dehnbar, nicht klar definiert. Was sollen denn diese „ethnischen Grundsätze“ sein und wer definiert die? Aber so ganz klar ist ein religiöser Kontext ja nie. Zudem werden in den Religionen gern nur Teilaspekte der Fülle betrachtet und andere ignoriert oder sogar ausgeschlossen. Man soll ja schön brav folgen und nicht etwa wirklich in der Fülle sein. Da bräuchte man ja die Religion nicht mehr.

Vielleicht kann man noch am ehesten den Begriff „im Wesentlichen zufrieden“ als Grundlage einer Definition sehen. Aber ist jemand, der zufrieden ist auch in der Fülle? Immer? Schwer zu sagen.

Vielleicht kann man Fülle so definieren, dass dir alles was du brauchst zur Verfügung steht. Sowohl materiell als auch spirituell. Was auch immer du gerade brauchst, es ist vorhanden oder lässt sich aus eigener Kraft beschaffen. 

Fülle ist Urvertrauen

Dazu braucht es das Urvertrauen in die Funktionsweise des Universums und in dich selbst. Urvertrauen ist auch so ein Begriff der oft in einem falschen Kontext steht. Gemeint ist das absolute Vertrauen darauf, dir immer und auf jeden Fall das beschaffen zu können, was du wirklich brauchst. Weil du dir deiner Schöpferenergie bewusst bist und sie zielgerichtet einsetzen kannst.

Denn wenn du das kannst, bist du fast automatisch in der Fülle. Wenn du beispielsweise ein materielles Gut brauchst, vielleicht ein Auto. Und du aus eigener Kraft in der Lage bist, dir die Mittel dafür zu beschaffen ohne dich zu verbiegen zu müssen oder auf Andere angewiesen zu sein, dann bist du in diesem Fall in der Fülle.

Wenn du nach einem Schicksalsschlag in der Lage bist, dich aus eigener Kraft wieder aufzurappeln, deine Erlebnisse zu verarbeiten und wieder in die Lebensfreude zu kommen. Dann bist du in der Fülle.

Wenn du selbst im tiefen Tal darauf vertraust, dass du aus eigener Kraft wieder aufsteigst, dann bist du in der Fülle. Wenn du dir keine Sorgen um die Zukunft machst, weil du deine ganze Energie im Hier und Jetzt konstruktiv in die Welt bringst, dann bist du in der Fülle.

Aus den Beispielen geht schon hervor, dass es nicht nur eine Art von Fülle gibt.

Verschieden Arten von Fülle

Finanziell / materiell 

Eine Form der Fülle die in den meisten religiösen Zusammenhängen negiert wird, ist die finanzielle Fülle. Dabei ist diese grundlegend wichtig, wenn wenn du Hunger leidest oder kein Dach über dem Kopf hast, wirst du selten von dir behaupten in der Fülle zu leben.

Welches Niveau materieller Fülle du allerdings brauchst um zufrieden zu sein, hängt ganz von dir ab. Der Eine braucht mehr dazu, der Andere weniger. Das ändert sich auch im Laufe eines Lebens. Oft nach oben, weil mit steigendem Wohlstand auch die Ansprüche steigen. Manchmal aber auch nach unten.

Aber bedeutet viel Wohlstand auch gleichzeitig viel finanzielle Fülle? Man möchte das meinen, die Erfahrung zeigt allerdings etwas anderes. Je mehr Geld du zum Beispiel hast, desto mehr Verantwortung geht damit einher. 

Das kann für den Einen eine super Sache sein, weil er gerne Verantwortung übernimmt und auch gerne in der Welt materiell handelt. Aber es gibt Menschen für die das zu viel ist, die gar nicht so verantwortlich sein wollen oder denen zu viel Materie eher auf die Nerven geht.

Ein Beispiel sind Menschen die große Erbschaften machen oder Lottogewinne haben. Manchmal verlieren diese Menschen alles wieder oder bekommen sogar massive gesundheitliche Probleme. Weil die Last des Wohlstandes sie niederdrückt. Dahinter stehen oft tiefe Ahnenthemen, die gelöst werden können und müssen.

In finanzieller Fülle bist du dann, wenn du das für dich passende Maß an Finanzmitteln besitzt oder sie dir zu jeder Zeit beschaffen kannst, ohne abhängig von der Gunst Anderer zu sein.

Lebensfreude / Zufriedenheit

Wie lässt sie sich definieren, ist sie doch komplett subjektiv? Kaum ein Mensch gleicht in seinen Bedürfnissen für ein Leben in Freude dem anderen. Und auch das mit der Zufriedenheit ist so eine Sache.

Bist du wirklich aus tiefstem Herzen zufrieden? Oder bist du zufrieden, weil „man auch mal mit dem zufrieden sein kann, was man hat“? Kannst du deinen Lebensstandard an das anpassen was du brauchst? Oder musst du das Brauchen an das anpassen, was du hast?

Bist du dir auch in schwierigen Situationen bewusst, dass du dich aus eigener Kraft wieder in die Lebensfreude bringen kannst? Wenn du selbst in der größten Dunkelheit noch das Vertrauen in dich selbst und den Lauf der Dinge hast, dann bist du in der Fülle.

Gesundheit

Wenn du krank bist, kannst du noch so viel materielle Fülle haben, du bist dennoch nicht in der Fülle. 

Aber was bedeutet krank? 

Oft sind es natürliche, geerbte / übernommene oder künstlich erzeugte Ängste die dich scheinbar krank machen. Es gibt diesen Spruch der besagt, dass du nicht gesund bist, sondern lediglich nicht gründlich genug untersucht wurdest. 

Zudem sind Krankheiten aus spiritueller Sicht Hinweise auf energetische Ungleichgewichte. Möchtest du also gesund bleiben oder werden, führt dieser Weg über die Ebene der Energie. Erst dann ist materiell überhaupt Heilung möglich.

Fülle führt also auch hier über das Erkennen und Lösen seelisch-energetischer Ungleichgewichte und erst im zweiten Schritt über materielle Heilung. Bist du dir dessen bewusst und kannst aktiv handeln, bist du in der Fülle.

Was dich davon abhält in der Fülle zu sein

Ein paar Aspekte habe ich oben schon angesprochen. Ganz oft stehen uns tiefe und uralte Glaubenssätze, Denk- und Verhaltensmuster im Weg. Die wir gar nicht bemerken, weil sie so selbstverständlich in unserem System verankert sind, dass sie nicht auffallen.

Wie in einer Sekte. Du merkst nicht was sie dir antut, bis es zu viel wird und du aussteigst. Danach kannst du gar nicht mehr glauben, mal drin gewesen zu sein. 

Oft werden diese Muster schon seit Generationen weitergegeben, manchmal basieren sie auf traumatischen Erlebnissen oder unverarbeiteten Erfahrungen. Gar nicht so selten führt das dazu, dass uns ein Leben im Mangel als „normal“ erscheint. Weil es seit Generationen so ist. Und wer aus diesem Muster ausbricht wird oft als abnormal, rebellisch, größenwahnsinnig oder schlicht verrückt gesehen. Das berühmte schwarze Schaf der Familie.

Da stehen dann so Glaubenssätze dahinter wie

„Es muss es erst allen anderen gut gehen, bevor ich glücklich sein kann“

„Darf es mir besser gehen, wenn andere leiden?“

„Geld stinkt, ist böse, richtet Schaden an, macht den Charakter kaputt etc … „

„Geben ist seliger als Nehmen“

„Ich verdiene mein Brot im Schweiße meines Angesichts / mit ehrlicher Arbeit“

„Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in den Himmel kommt … „

„Anderen gehts ja noch schlechter als mir“

Diese Liste könnte ich noch seitenlang fortführen und das sind nur die offensichtlichsten Muster, hinter denen zwiebelschalenartig weitere Ebenen mit Glaubenssätzen stehen. 

Dein erster Schritt

Wenn du aus tiefstem Herzen sagen kannst: „Ja, ich bin absolut in der Fülle“, dann brauchst du nicht weiterlesen. Dann hättest du nicht bis hierher gelesen … Denn irgendwas in dir geht ja in Resonanz mit dem Thema.

Und diese Resonanz spürst du. Vielleicht kannst du sie nicht greifen oder in Worte fassen. Vielleicht tust du dir schwer damit, sie zuzulassen, weil dein Leben doch augenscheinlich toll ist. Anderen gehts schlechter als dir. Klar, du findest immer einen dem es schlechter geht. Aber woran willst du dich orientieren? Oben oder unten?

Wenn da noch irgendwo in dir so ein „Stich“ ist, der dir sagt, dass was nicht in Ordnung ist. Oder wenn du dich zwar glücklich wähnst, da aber trotzdem noch eine ganze Liste von Wünschen offen ist. Oder wenns dir zwar jetzt gut geht, du aber nicht weißt, was du mal „im Alter“ tust. 

Kurzum, wenn da irgendwo auch nur der kleinste Zweifel ist, dann höre auf ihn! Und wenn da etwas Großes, Schreiendes ist das dir sagt, dass du ganz und gar nicht in der Fülle bist, dann hör erstrecht drauf. Das ist kein Größenwahn, das ist dein LEBEN.

Lass ihn da sein, diesen Zweifel, hör ihm zu, schau ihn an. Hör auf das Schreien, drück es nicht weg. Mach dir klar, dass du deine Situation ändern kannst und darfst. Immer. DAS ist dein erster Schritt in die Fülle.

Für alle weiteren Schritte melde dich gerne bei mir, das ist mein Job, ich kann sowas. 

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