Nicht sparen. Niemals sparen!

In diesem Artikel geht es um Energie. Es gibt in uns so einen Reflex, dessen Beherrschung den Unterschied zwischen Arm und Reich, zwischen wenig und viel Lebensenergie, zwischen unglücklich und glücklich macht. Das Thema Sparen und den Umgang damit.
Gerhard Zirkel
26.12.2023

Dabei ist jetzt nicht gemeint, ob es sinnvoll ist, Geld auf einem Sparbuch zu sparen, nein, es geht um den Reflex die Kosten zu senken, wenn die Einnahmen sinken oder die Ausgaben steigen. Um den Reflex, die eigene Lebensenergie zu senken, wenn scheinbar nicht genug nachfließt. Am Thema Geld zeigt sich das am direktesten, aber das Prinzip ist universell. 

Wer kennt das nicht? Alles wird teurer, Miete, Strom, Benzin, Lebensmittel, Lohnkosten etc. Aber die Einnahmen steigen nicht in gleicher Geschwindigkeit. Was tut man also fast schon reflexartig? Man versucht, die Ausgaben zu senken und beginnt zu sparen.

Bis zu einem gewissen Grad ist das auch sinnvoll, oftmals geben wir Geld für Dinge aus, die wir anderswo günstiger bekommen, oftmals auch für Dinge die gar nicht so wichtig sind. Dann sind Korrekturen gut und wichtig.

Aber in dem Moment, in dem du deine Ausgaben auf ein sinnvolles Maß reduziert hast, wird das weitere Sparen toxisch. Weil du dann an Dingen zu sparen beginnst, die eigentlich wichtig wären. Weil du dann deinen Lebensstandard unter dein individuelles Minimum zu senken beginnst. 

Lebensenergie alleine macht zwar nicht glücklich, aber zu wenig davon macht unglücklich … 

Folgend zwei Beispiele, eins aus dem privaten Umfeld und eins aus der Welt der Wirtschaft:

Beispiel privat:

In dem Fall diene ich selbst als Beispiel, bzw. mein Ich vor 20 Jahren. Ich war ja auch mal Angestellter und zumindest zu Beginn in einem Bereich, mit dem man nicht wirklich reich wird. Öffentlicher Dienst. Ja, supertoll, sicher, bla bla bla … nur wirklich leben konnte man davon halt nicht.

Später wurde es besser, aber es gab immer mal wieder Phasen, in denen mein Einkommen nicht hoch genug war um damit irgendwas zu erreichen. Und damals hatte ich immer diesen einen Reflex: Sparen!

Mehrfach bin ich in kleinere Wohnungen gezogen um meine Kosten zu senken, mehrfach wurde es doch die kleine Schrottkarre statt einem vernünftigen Auto, mehrfach gab es eben keine Reise und neue Möbel eh nicht.

Aber hat es funktioniert? Nein, hat es nicht. Am Ende hatte ich nicht mehr Geld, nur weniger Lebensqualität.

Spüre an der Stelle mal tief in diese Story rein und versuche, die Energie dahinter wahrzunehmen. Was passiert mit deiner Lebensenergie, wenn du aus Kostengründen in eine Wohnung ziehst, die billig ist. Nur billig. Nicht schön, nicht geeignet, viel zu klein, miese Gegend, aber billig. Was macht das mit deiner Energie?

Was macht es mit deiner Energie, wenn du alte kaputte Möbel irgendwie flickst, damit sie noch halten? Wenn du auf das zerschlissene Sofa nur eine Decke legst? Was macht es mit deiner Energie, wenn du draußen eine Schrottkarre stehen hast, bei der du nie weißt, ob sie noch anspringt? 

Was macht es mit deiner Energie, wenn du statt einem schönen Steak, den Fertigfraß von Netto auf dem Teller hast? 

Fühlt sich das so an, als ob das eine Lösung sein könnte?

Kurzfristig vielleicht schon, um den akuten Geldmangel in den Griff zu bekommen. Grad wenn Schulden da sind oder du dein Geld brauchst um was aufzubauen. Aber so bald das akute Problem vom Tisch ist, hilft nur, deine Energie wieder zu erhöhen.

Richte deinen Fokus nicht darauf, mit wenig zurechtzukommen und dich damit abzufinden. Richte ihn darauf, wie du mehr bekommen kannst. Ersetze dieses unsägliche „das kann ich mir nicht leisten“ durch „wie kann ich mir das leisten?“.

Damit richtest du deine Energie nach oben, auf Verbesserung, auf Wachstum aus. Darauf, dich zu entwickeln und zwar auch beruflich und finanziell. 

Ich selbst habe lange gebraucht um das zu verstehen. Mehrfach bin ich reflexartig in diese Sparschiene verfallen und jedes Mal hatte ich hernach nicht mehr Geld, dafür aber ein mieses Leben.

Mittlerweile mache ich das umgekehrt. Wenn meine Einnahmen sinken, setze ich alle Energie darauf, sie wieder zu erhöhen. Niemals verschwende ich einen Gedanken darauf, zu sparen. Auch wenns mal abwärts geht, geht es gedanklich immer darum, wie es aufwärts gehen kann. 

Beispiel 2 aus der Wirtschaft

Ein beliebiges Unternehmen merkt, dass die Kosten immer mehr steigen, aber nicht der Umsatz und schon gar nicht der Gewinn. Es wird bedrohlich, ein Konkurs taucht am Horizont der Möglichkeiten auf und es muss gehandelt werden.

Was macht das Unternehmen? Es senkt erstmal die Kosten, denn das geht am schnellsten. Mitarbeiter werden in der Regel als erstes entlassen, vielleicht der Fuhrpark verkleinert, die Prozesse neu strukturiert und meistens wird am allerhärtesten am Büromaterial gespart … kleiner Scherz am Rande …

Insgesamt ist das alles auch erstmal sinnvoll und auch gar nicht anders möglich. Aber was passiert, wenn die Kosten gesenkt und der Konkurs vorerst vom Tisch ist? Worauf wird der Fokus dann gelenkt?

Ganz oft bleibt der Sparzwang dann installiert. Es gibt Einstellungssperren, Investitionen werden nach hinten verschoben oder ganz abgesagt. Es gibt keine Weiterbildung mehr, keine Firmenfeier und weniger Weihnachtsgeld.

Jetzt spür da mal rein, wie die Energie in so einem Unternehmen wohl ist? Ist das die Art von Energie, die benötigt wird, sich zu entwickeln? Oder hat das was Morbides? 

Genau darum geht es. Diese morbide Energie darf nicht bestehenbleiben, denn sie sorgt dafür, dass die Einnahmen weiter sinken. Dann muss wieder gespart werden, die Energie wird noch mieser, die Einnahmen sinken weiter … der Rest ist dann Sache des Konkursverwalters. Oft genug genau so passiert.

Aber was ist die Lösung? Das Betrachten der Energie! Denn die zeigt den Weg. Spätestens nach der ersten Spar-Runde muss wieder Energie in Form von Investitionen freigesetzt werden, denn der einzige Weg aus dem Dilemma ist, die Einnahmen wieder anzukurbeln.

Neue Projekte zu entwickeln, gerade dann neue Maschinen anzuschaffen, bessere Prozesse zu installieren und vor allem auch die Menschen gut zu behandeln. Wenn sie schon kein Weihnachtsgeld kriegen, sollen sie wenigstens Energie bekommen. Energie, die aufwärts zeigt, die eine Zukunft zeigt, die anspornt, sich Gedanken zu machen. 

Diese Form von Energie kommt von ganz oben, von der Geschäftsführung. Dort muss die Quelle sein, dort muss der Wille sein, Gas zu geben, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Und zwar wirklich und nicht nur in Form von Lippenbekenntnissen. Als Chef setzt du bei DIR an, nicht beim „middle management“.

Fazit

Klar gibts Lebenssituationen in denen Sparen erstmal der einzige Weg ist. Aber immer nur kurzfristig, als akute Maßnahme. Danach – und zwar unmittelbar danach – muss die Energie wieder nach oben gerichtet werden. 

Wir sind hier um zu wachsen. Nicht nur finanziell, das ist ja nur ein Teilbereich des Lebens. Was ich oben geschrieben habe, lässt sich auf alle Formen von Lebensenergie übertragen. 

Beschränke dich niemals langfristig auf ein Energieniveau, das nicht dir und deinem Wesen entspricht! 

Und komm mir jetzt nicht mit „aber ich komm doch auch mit wenig zurecht“ … kannst du machen, aber dann darfst du hernach nicht jammern und vor allem nicht erwarten, dass ein Anderer für dich zahlt.

DU bist für DEIN Leben verantwortlich. Ausschließlich DU!

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