Die Art, wie du Entscheidungen triffst

Ein Thema möchte ich in diesem Artikel beleuchten, das nicht nur in der „spirituellen Szene“ sondern auch im Berufs- und Geschäftsleben immer wieder für Diskussionen, ja regelrechte Kämpfe sorgt.
Gerhard Zirkel
21.09.2022
Kopfmensch versus Gefühlsmensch

Nämlich die Differenzen zwischen sog. Kopfmenschen und Gefühlsmenschen.

Gleich vorweg: Was ich folgend schreibe soll keine Bewertung sein, wer denn nun besser oder schlechter ist. Beide sind gleich gut und beide haben ihre Berechtigung. Mir geht es darum, eine Lösung für das Dilemma zu finden, dass beide scheinbar nicht so recht zusammenpassen.

Weil sie ihre Entscheidungen auf unterschiedliche Art treffen. Weil sie scheinbar so völlig unterschiedlich an die Herausforderungen des Lebens herangehen.

Der Kopfmensch

Trifft eine Entscheidung auf Basis von Informationen, die er recherchiert hat. Er vergleicht Preise, Aspekte, Qualitäten, Größen und Verfügbarkeiten. Er macht Pro- und Kontralisten, Exceltabellen und Gegenüberstellungen.

Er liest Bewertungen, testet ausgiebig und hat die Finanzen im Blick. Er hat für alles was er tut eine analytisch-rationale Erklärung. Wenn du ihn fragst, warum er etwas tut, wird er es dir exakt darlegen können.

Er kann dir sagen, warum er gekauft hat, was er gekauft hat. Er kann rechnen, analysieren und denkt alles durch, bevor er handelt. Er ist ein großer Fan von Studien, Statistiken und beweisbaren Fakten.

Der Gefühlsmensch

Trifft seine Entscheidungen „aus dem Bauch heraus“. Wenn er etwas kaufen will, spürt er ob das für ihn gut ist und dann macht er es. Fragst du ihn warum, wird ihn diese Frage befremden. Er wird gar nicht verstehen, warum du ihn das fragst und wenn, dann wird er dir sagen, dass er das Ding halt haben wollte.

Bewertungen von anderen Menschen oder Referenzen interessieren ihn nicht, weil er damit nichts anfangen kann. Er plant seine Zukunft nicht durch, denn er weiß, dass er nur der Energie zu folgen braucht. Er vertraut dem Universum und sich selbst und geht seinen Weg, wo auch immer der ihn hinführen mag.

Er weiß manchmal Dinge, ohne erklären zu können warum und woher.

Grundsätzlich

Grundsätzlich ist das wie eingangs angekündigt keine Wertung. Es gibt diese zwei Arten von Verhaltensmustern und beide haben ihre Berechtigung. Keines von beiden ist besser oder schlechter als das andere, auch wenn es zwischen Menschen der beiden Muster gerne mal zu Missverständnissen und sogar zum Streit kommt.

Speziell in Beziehungen, privaten sowie beruflichen, kann es schwer sein, wenn der eine eher ein Kopf- der andere ein Gefühlsmensch ist.

Oft werden Kopfmenschen von Gefühlsmenschen als hart und unfair bezeichnet oder als unbewusst oder gar zerstörerisch. Und Gefühlsmenschen werden gern mal als verweichlichte Deppen hingestellt, weil sie mal wieder nicht erklären können, warum sie tun, was sie tun.

Ein Beispiel

Vor vielen vielen Jahren habe ich in einer Fernsehdoku ein Beispiel gesehen, bei dem es bei mir klick gemacht hat und an das ich mich heute noch erinnere. Es war eine dieser vorgeblich realen Dokus über ein Paar, das sich eine Immobilie kaufen wollte.

Ob die Handlung nun echt oder gespielt war, das Problem war: Er hat jeweils Häuser ausgewählt, nach Lage, Anzahl der Zimmer, Ausstattung, Technik, Zustand, Möglichkeiten der Finanzierung und so weiter. Ein Kopfmensch durch und durch, mit genauen Vorstellungen was gebraucht wird und wie das Haus beschaffen sein muss um die künftige Familienplanung damit umsetzen zu können.

Er hat das sicher sehr gut gemacht, aber bei der Besichtigung kam von seiner Frau wiederholt nur ein: „Ich fühle mich hier nicht wohl“. Das hat ihn schier um den Verstand gebracht. Immer wieder hat er sie gefragt, warum sie sich denn nicht wohl fühle, woran das liege und was man tun könne. Sie müsse das doch begründen können, so seine etwas hilflos klingende Aussage.

Er hat sich wirklich wirklich Mühe gegeben, wollte für sie das perfekte Haus erwerben. Er wollte wirklich wissen, was anders sein müsste. Nur, sie konnte ihm das nicht sagen. Nicht so, dass er es verstanden hätte.

Denn ob sich ein Gefühlsmensch wohlfühlt oder nicht, lässt sich nicht in Argumente zerlegen. Er fühlt sich wohl oder eben nicht. Da hilft nur weitersuchen, bis es passt. Sie hat nicht verstanden, warum er irgendwann sauer wurde. Und er hat nicht verstanden, was er „falsch“ macht.

Sie beide wussten offenbar nicht um die Verschiedenheit ihrer Herangehensweisen.

Noch ein Beispiel

Diesmal aus meinem geschäftlichen Umfeld. Es gibt eine Menge Kollegen, die auf ihren Seiten haufenweise Referenzen von ihren Klienten sammeln. Und die einen Haufen Fakten zeigen, Statements von Kunden veröffentlichen und auch Erfolgsgeschichten.

Weil sie zu den Menschen gehören, die sich eine Meinung aufgrund von Referenzen, Fakten, Bewertungen und Analysen bilden. Sie gehen davon aus, dass ihre Kunden das auch tun und handeln entsprechend.

Dann gibt es da die anderen, zu denen auch ich gehöre. Ich gebe rein gar nichts auf Bewertungen und Referenzen. Oder auf Ankündigungen und Versprechungen. Wenn ich jemanden für etwas engagiere, spüre ich hin und dann weiß ich, ob er gut für mich ist oder nicht. Und genauso ticken die meisten meiner Klienten.

Beide Herangehensweisen funktionieren und beide sind gut. Wenn du weißt, wer du bist.

Das Problem

Und genau da liegt oft das Problem. Wir sind uns manchmal nicht darüber bewusst, dass es diesen Unterschied gibt und wie damit umzugehen ist. Gar nicht selten wissen wir nichtmal von uns selber so genau, welcher Typ wir sind.

Denn natürlich sind die Grenzen fließend. Auch ein Gefühlsmensch kann Argumente verarbeiten und rationale Entscheidungen treffen und natürlich kann auch ein Kopfmensch sagen, ob er sich wohlfühlt oder nicht. Auch ein Gefühlsmensch kann aufgrund einer Empfehlung kommen, oder weil er eine Referenz gelesen hat.

Aber oft genug sind diese Grenzen durch unsere gesellschaftliche Konditionierung verwischt oder verschoben. Leider passiert es den Gefühlsmenschen oft, dass sie schon in Kindergarten und Schule dazu gezwungen werden, anstatt sich auf ihr Gefühl zu verlassen, „harte“ Argumente zu verwenden.

Man erlebt das oft bei Kindern. „Ich mag da nicht hin“. „Aber warum magst du da nicht hin?“. „ich weiß nicht, ich mag da nicht hin“. „Aber du musst mir doch sagen können, warum. Da ist es doch schön“ … und irgendwann gibt das Kind auf. Irgendwann unterdrückt es sein Fühlen und wenn es nicht stattdessen harte Argumente findet, gibt es den eigenen Willen auf. Ein Kopfkind wird Argumente finden, ein Gefühlskind stirbt innerlich.

Und dann bist du irgendwann erwachsen und du behältst das Muster bei. Entweder machst du, was man dir sagt obwohl dein Gefühl das Gegenteil schreit. Oder du folgst zwar deinem Gefühl, investierst aber unglaublich viel Energie in die scheinbare Begründung durch Fakten. Weil du dich gar nicht mehr traust, zu deinem Gefühl zu stehen, diskutierst du, bis du verstanden wirst. Oder halt auch nicht.

Das ist gar nicht so selten, frag mal einen Mann der ein luxuriöses Auto fährt, warum er dieses Auto fährt. Ganz wenige werden direkt sagen, dass sie es cool finden, weil es sich gut anfühlt. Die meisten werden irgendwas von Masse, Knautschzone und Sicherheit sagen, mit Wertstabilität, Ladevolumen, Leasingraten und so weiter.

Und zwar auch diejenigen, die eigentlich Gefühlsmenschen sind. Sicher, alles wichtige Argumente, aber gekauft haben sie die Karre in der Regel, weil sie geil ist. Geben sie nur nicht zu.

Was also tun?

Ganz wichtig ist, dass du weißt wer du bist! Ja, genau, so banal. So banal ist das aber gar nicht, denn unser wahres Wesen ist ja schon seit unserer Geburt und durch unsere Ahnenlinie sogar schon viel länger, überlagert. Da liegen ganz viele Schichten von erlernten Mustern drüber. Die müssen alle verarbeitet werden, damit du bei dir selbst ankommst.

Aber das hat Vorteile. Denn wenn du weißt wer du bist, kannst du bewusst und aus eigenem Antrieb handeln. Bist du ein Gefühlsmensch, kannst du dein Gefühl immer noch mit Argumenten tarnen, wenn es nötig ist. Aber du tust es dann bewusst und nicht unbewusst.

Und als Kopfmensch darfst du dann auch fühlen oder dem Gefühl deines Partners folgen, ohne gleich die Kontrolle über dein Leben zu verlieren. Du kannst dann beides kombinieren und zwar bewusst!

Wenn das Pärchen aus dem Beispiel von oben gewusst hätte, wer sie sind, dann hätte es keinen Streit gegeben. Sie beide hätten seine analytischen Fähigkeiten mit ihrem Gefühl kombinieren können, ohne vor lauter gegenseitigem Unverständnis wütend zu werden.

Speziell im Businessbereich ist es extrem wichtig, sich selbst zu kennen und auch zu wissen, dass andere Menschen möglicherweise anders an eine Sache herangehen. Speziell für Unternehmer oder Führungskräfte ist das enorm wichtig. Aber auch für Angestellte.

Den nur weil ein Mitarbeiter sein Handeln nicht durch Fakten erklären kann, sind seine Entscheidungen nicht zwingend falsch. Er trifft sie vielleicht nur anders als erwartet. Man kann das nutzen und man kann sogar gezielt Kopf- und Gefühlsmenschen miteinander kombinieren.

Aber wenn sich Menschen selbst verleugnen, weil sie nicht wissen wer sie sind, oder sich nicht trauen zu sein, wie sie sind, dann geht unglaublich viel Energie verloren.

Wie ich helfen kann

Ein Großteil meiner Arbeit dreht sich darum, Menschen zu helfen, herauszufinden, wer sie sind. Menschen Wege zu zeigen, diese ganzen Überlagerungen durch Konditionierung, Ahneneinflüsse etc. aufzulösen.

Du wirst staunen, wie viel Lebensenergie du plötzlich hast, wie viel du plötzlich erreichen kannst, wenn dieser Kampf gegen dich selbst und den Rest der Welt nicht mehr nötig ist. Wenn du plötzlich ganz entspannt für dich und deine Wahrheit stehen kannst.

Warte nicht länger, geh das Thema an. Den Anfang macht immer eine Einstiegssession, danach sehen wir, wie dein Weg aussehen kann und dann gehen wir ihn gemeinsam.

PS: Was ich nicht meine

Welchen Typ Mensch ich mit „Gefühlsmensch“ hier definitiv nicht meine – und das ist wichtig, führt es doch oft zu großen Missverständnissen – das ist der Typ „Berufsopfer“, der sich von der halben Welt in seinen Gefühlen verletzt und um sein Leben betrogen sieht, weil doch alle so grausam und böse sind. Weil doch der Partner so ein Narzisst und der Chef so ein Kapitalist und überhaupt alle nicht lieb zu Tieren sind …

DAS sind Menschen, die sich in der Opferrolle befinden. Die gibt es übrigens auch unter den Kopfmenschen, gerne in politische Diskussionen verwickelt am Stammtisch. Da gibts auch Wege raus, aber dazu schreibe ich gern einen separaten Artikel.

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