Schau selber hin: Deine eigene Erfahrung

In diesem Artikel soll es um eine Sache gehen, die nicht leicht in Worte zu fassen, aber immens wichtig ist. Denn sie ist absolut Ur-Schamanisch. Es geht um deine eigene Wahrnehmung und um dein Vertrauen in sie. Und zwar auch dann, wenn gesellschaftliche Konventionen, die Meinung der Mehrheit oder gar „die Wissenschaft“ dagegen stehen. Auch dann, wenn „man“ dir was anderes sagt.
Gerhard Zirkel
30.07.2023

Sogar dann, wenn man sauer auf dich ist, wenn du deiner eigenen Wahrnehmung mehr vertraust, als den Menschen, die es „gut mit dir meinen“.

Sogar dann, wenn dir alle sagen, dass du dir selber schadest, böse bist, dumm bist, ignorant bist oder was auch immer sie dir an den Kopf werfen wollen.

Die Wikinger, ein kurzer Ausflug

Gerade beschäftige ich mich ein klein wenig mit den Wikingern. Einer Volksgruppe, die eigentlich mehr ein Überbegriff für skandinavische/nordische Völker in der Zeit zwischen 750 und 1050 ist, als wirklich eine homogene Volksgruppe. Aber sie hatten in ihrer Weltsicht einige Gemeinsamkeiten.

Unter Anderem scheinen sie keinen Unterschied gemacht zu haben, zwischen der materiellen und der geistigen Welt. Für sie waren sowohl der Boden auf dem sie gelaufen sind, als auch die Götter und Geister gleichermaßen real.

Die haben nicht an Götter „geglaubt“ sondern sie wussten über sie Bescheid. Genauso wie wir beispielsweise nicht an das Meer glauben, sondern wissen, dass es da ist.

Sie lebten nach ihrer eigenen Wahrnehmung und hatten offenbar keinerlei Zweifel daran. Denn sie waren mit all ihren Welten gleichermaßen verbunden und konnten sie alle spüren. Und was wahrzunehmen war, war real. Sicher konnte das der eine mehr und der andere weniger, aber grundsätzlich gab es offenbar ausschließlich die eigene Wahrnehmung.

Ganz im Gegensatz zu den später vorherrschenden monotheistischen Religionen, denen oft ein Buch unbestimmten Ursprungs zugrunde liegt, in dem steht, was zu glauben ist und was nicht. In der Regel beweist das Buch praktischerweise gleich selbst, warum es die Wahrheit enthält.

Heute

Heute scheinen wir an einem Punkt zu sein, an dem dieses monotheistische Religionsbild die Welt der Religion verlässt und allumfassend wird. Nicht mehr nur die Kirche hat einen detaillierten Katalog dessen, was zu glauben ist. Auch die Wissenschaft, die Wirtschaft, die Politik, die Nachbarn, ja die gesamte Gesellschaft.

Immer mehr tritt die eigene Wahrnehmung in den Hintergrund, wird teilweise gar dämonisiert oder zumindest abgewertet. Was passiert mit einem Kind, das im Kindergarten mit Feen, Elfen und Geistern spricht oder das nicht ins vorgegebene Schema passt?

Klar, als moderne Eltern sagt man dem Kind mittlerweile nicht mehr direkt dass es spinnt. Aber mal ganz ehrlich … gedacht wird das oft und das Kind kriegt das mit. Schon im Kindergarten wird also der erste Katalog der zu glaubenden Sachverhalte aufgeschlagen und er wird nie wieder zugemacht.

Als Kind lernst du schon, dass deine eigene Wahrnehmung Mist ist und du besser damit fährst, dich an den Katalog der zu glaubenden Dinge zu halten. Das treibt mittlerweile gar seltsame Blüten.

Lass uns übers Wetter reden: Mehrere scheinbar banale Beispiele

Wir waren kürzlich in Kroatien auf dem Land, auf einem Bauernhof. Und eines Abends gab es ein Gewitter. Bisschen stürmisch war es, geregnet hat es und ein paar Blätter sind vorbeigeflogen. Schon ein mittelstarkes Gewitter aber nicht ernsthaft dramatisch.

Am nächsten Tag berichtet unser Vermieter uns, dass es wohl in der weiteren Umgebung richtig schlimm gewesen sein soll. Mit Hagel und sogar einigen Toten! Daraufhin hat er uns netterweise angeboten, unser Auto in seine Garage zu stellen … Ok, seine Berichte entsprachen nicht meiner Empfindung und auch nicht meiner Erfahrung. Aber das Angebot mit der Garage haben wir natürlich angenommen.

Bei unseren Ausflügen in den nächsten Tagen war alles wie immer. Keine Spuren irgendwelcher Unwetter, keine umgefallenen Bäume, nichtmal Äste auf der Straße. Nichts. Wo auch immer dieses fürchterliche Unwetter gewesen sein soll, wir haben nichts davon gesehen. Unser Vermieter übrigens auch nicht, aber in den Nachrichten kam es wohl.

Ein paar Tage später waren wir in einem Restaurant in Graz: Der Kellner fragt uns neugierig, ob das Wetter in Kroatien wirklich so schlimm gewesen ist? Alle berichten von ganz schlimmen Unwettern. Nicht nur in Kroatien, auch in Slowenien und in Österreich wäre es wohl ganz schlimm. Wir saßen da gerade übrigens bei blauem Himmel und 30 Grad …

Er wollte uns gar nicht glauben, dass wir kein wirkliches Unwetter gehabt haben. Ausser das nächtliche Gewitter, das aber nichts Besonderes war. Die Nachrichten hätten doch so viel über Unwetter berichtet. Sicher, er selbst hätte davon nichts gesehen, aber die Medien wären voll davon.

Auch auf unserer ganzen Fahrt von Kroatien, durch Slowenien nach Österreich und dann weiter nach Ungarn, keine Spur irgendwelcher Unwetter. Sicher, das muss nicht heißen, dass es keine gegeben hat. Aber keinesfalls so flächendeckend und dramatisch wie man aufgrund der Nachrichtenlage vermuten würde.

Und was sieht man, wenn man deutsche Medien hört? Hitzewellen, Unwetter, Katastrophen … aber seltsamerweise keine Spuren davon und auch keine Berichte aus erster Hand. Jedenfalls nicht mehr als sonst im Sommer.

Was stimmt da nicht?

Man könnte jetzt noch Dutzende von Beispielen anbringen, alleine aus den letzten paar Jahren. Beispiele, die zeigen, dass es offenbar zwei Realitäten gibt.

Einmal die, die wir selbst wahrnehmen und einmal die mit dem Katalog der zu glaubenden Sachverhalte. Manchmal stimmen beide überein, aber sehr häufig tun sie das eben nicht.

Und damit wirds spannend

Denn „der Schamanismus“ baut ja gerade auf der eigenen Wahrnehmung auf. Klar, es gibt auch schamanische Kulturen die auch so einen Katalog der zu glaubenden Sachverhalte entwickelt haben.

Aber im Kern geht es um die Wahrnehmung der Welten, so wie sie sind. Wie sie für DICH sind. Es geht nicht darum, nachzuschlagen wie die Welt für die Wikinger, die Indianer oder die Völker am Amazonas war, sondern es geht um DEINE Wahrnehmung, DEINER Realität.

Und dazu gehört auch die materielle Realität, dazu gehört zum Beispiel, aus dem Fenster zu blicken und festzustellen, dass die tödliche Hitzewelle aus dem Fernseher eigentlich 15 Grad und Regen ist. Oder dass der Himmel blau ist, die Sonne scheint und die Welt gerade nicht untergeht.

Dazu gehört die Wahrnehmung deiner Geisthelfer genauso, wie zu spüren, was du deinem Kind jetzt gerade anbieten musst, damit es in seine eigene Realität hineinfindet.

Dazu gehört, genau zu wissen, ob du krank oder gesund bist, was du brauchst und wann du von wem Hilfe brauchst.

Klar, du kannst dich natürlich trotzdem informieren. Viele nützliche Dinge wurden erforscht und niedergeschrieben. Aber es gilt immer, alles Gelesene, alles Gehörte, alles Berichtete mit dem abzugleichen, was du selber jetzt gerade siehst, hörst oder spürst.

Und im Zweifel hat es sich bewährt, auf die eigene Wahrnehmung zu vertrauen. Auch wenn die sich scheinbar gegen alles stellt, was dein Umfeld für dich bereitzuhalten scheint.

Und jetzt?

Wenn du diesen Artikel bis hierher gelesen hast, danke ich dir erstmal für deine Aufmerksamkeit.

Und ich rege dich an, zu spüren, ob das Geschriebene auch ein Katalog zu glaubender Sachverhalte ist oder ob es mit DEINER Wahrnehmung übereinstimmt?

Das ist generell immer eine gute Idee. Beginne damit, alles zu hinterfragen und zu hinterspüren, das du bisher als Gegeben angenommen hast. Speziell das, was dir irgend ein Schamane sagt … Hinterfühle alles und du wirst deiner eigenen Wirklichkeit auf die Spur kommen.

Ich mache das seit vielen Jahren sehr bewusst und es ist manchmal spannend, wieviele Dinge wir tun, glauben oder denken, ohne sie jemals hinterfragt zu haben. Ohne jemals nachgespürt zu haben, ob sie mit UNSERER Realität übereinstimmen. Oft kommen wir gar nicht drauf, zu hinterfragen, weil wir das ja immer schon so gemacht haben.

Manchmal wagen wir nicht, unserer Wahrnehmung zu folgen, weil der gesellschaftliche Druck zu hoch ist. Manchmal machen wir uns die Mühe nicht, weil es sich scheinbar nicht lohnt.

Tu es trotzdem, wenn es sich in deiner Realität richtig anfühlt.

Ein Kommentar zu “Schau selber hin: Deine eigene Erfahrung

  1. Myriam Juli 30, 2023 um 9:22 pm Uhr

    Ganz starke Sichtweise, guter Appell. Danke dafür!

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