Natürlich! Naturwesen, eine Übersicht

Naturwesen und Naturgeister. Wer sind sie, wo findest du sie und was machst du mit ihnen? Dieser Artikel soll dir einen Einblick in die Welt der Naturwesen bieten, ohne auch nur ansatzweise vollständig sein zu wollen. Das Themenfeld ist extrem weit, ganze Buchreihen ließen sich dazu füllen. Aber einen Einstieg kann ich dir bieten. Den echten Kontakt stellst du ohnehin in der Praxis her und nicht in der Theorie. Wenn du dazu Fragen hast oder Hilfe benötigst, dann schreib mir gerne jederzeit.
Gerhard Zirkel
02.04.2024

Was ist ein Naturwesen / Naturgeist?

Aus schamanischer Sicht sind wir geistige Wesen die sich eine materielle Welt erschaffen haben, um in ihr zu inkarnieren. Also einen energetisch dichten, materiellen Körper zu haben. Es gibt viele Theorien und Ansichten, warum wir das tun. Mir ist die Annahme am liebsten, dass wir hier Erfahrungen sammeln wollen, die auf geistiger Ebene so nicht möglich sind.

Ein Naturwesen ist ein geistiges Wesen, das nicht in unserem extrem dichten Körper inkarniert ist, sondern quasi eine Ebene höher. Nicht ganz so dicht, kein fester Körper, aber dennoch unserer Welt sehr nahe. 

Nahe genug um da zu sein, wahrgenommen zu werden und zuweilen auch aktiv zu handeln. Nahe genug um ein Vermittler zu sein, ein Helfer, ein Ratgeber. Aber auch ein Lernender, denn Geistwesen können und wollen von uns Menschen lernen. Gezielt in der Materie zu handeln zum Beispiel.

Ein Naturwesen ist ein geistiges Wesen, das dir in einer Gestalt erscheint, die der Natur zuzurechnen ist. Im Gegensatz zu einem Hausgeist zum Beispiel, der eher in einem Haushalt oder einer Familie verortet wird. 

Ein Naturgeist kann ein Kobold ebenso sein, wie ein Pflanzen- oder Tiergeist, eine Elfe oder ein Riese. Grundsätzlich ist die Erscheinungsform eines Geistwesens eben das: Eine Erscheinungsform. Auf geistiger Ebene gibt es weder Zeit noch Raum und von daher auch keine Erscheinungsformen. 

Aber wir Menschen leben in einer materiellen Welt und hier brauchen wir eine Form um uns eine Wesenheit vorstellen zu können. Die allerwenigsten von uns können mit einer reinen Energieform umgehen. Im Schamanismus arbeitet man deshalb mit den Erscheinungsformen der Wesenheiten.

Wie findest du sie und arbeitest mit ihnen?

Der Schamane hat eine ganz grundlegende Methode, den Kontakt mit geistigen Wesen aller Art aufzunehmen. Die Schamanische Reise. Auch Trommel- oder Trancereise genannt. In einer solchen Reise sucht er gezielt den Kontakt zu bestimmten Wesenheiten oder stellt Fragen um zu sehen, wer kommt um sie zu beantworten.

Oft lässt er sich dazu von seinen Krafttieren begleiten. Die übrigens keine Naturwesen sind, sondern persönliche Helfer. Auch wenn sie in Tiergestalt erscheinen.

Aber die Schamanische Reise ist nicht die einzige Möglichkeit mit Naturgeistern Kontakt aufzunehmen. Oft passiert das ganz „nebenher“ im Alltag, gerade in Gegenden in denen es viele von ihnen gibt. Irland ist da ganz weit vorne mit dabei, aber auch Island, Schottland oder generell Regionen mit viel Natur und eher weniger Menschen.

In Meditationen lassen sie sich ebenfalls kontaktieren und es gibt zahllose Rituale dafür. Bestimmte Zeiten wie zum Beispiel die Rauhnächte oder andere Stationen im Jahreskreis eignen sich ebenfalls besonders gut. Letzten Endes findet jeder Mensch seinen ganz eigenen Zugang zu den Wesenheiten die sich in seiner Nähe finden. 

Die Arbeit mit ihnen hängt ein klein wenig davon ab, wer du bist und wer sie sind. Naturwesen sind uns Menschen nicht immer wohlgesonnen und schon gar nicht sind sie immer gleich hilfsbereit. Aber das sind deine Nachbarn ja auch nicht und so ähnlich wie mit deinen Nachbarn gehst du auch mit den Spirits um.

Du bist höflich, stellst dich vor, gibst erstmal bevor du was verlangst und wenn dich einer nicht mag, dann lässt du ihn eben in Ruhe. Frage um Erlaubnis bevor du irgendwo einen Ritualplatz einrichtest oder beginnst, schamanisch zu arbeiten. 

Frage um Erlaubnis, bevor du Pflanzen oder Pflanzenteile entnimmst, bevor du etwas baust, abreisst, veränderst. Speziell bei Kraftpflanzen wie dem Hollunder ist es besser, dreimal zu oft zu fragen, als einmal zu wenig.

Gehe davon aus, dass die gesamte Natur beseelt ist. Selbst Steine sind Naturwesen. Versuche einmal, dich mit ihnen zu unterhalten, du wirst begeistert sein. 

Welche Naturwesen gibt es?

Jetzt wirds umfangreich. Es gab und gibt unglaublich viele Erscheinungsformen von Geistwesen und natürlich auch von Naturwesen. Jede Kultur kennt wieder leicht andere Wesenheiten als die Nachbarkultur. Vieles ist gar nicht überliefert und vieles wurde zusammengefasst.

Letzten Endes bleibt dir gar nichts anderes übrig, als deine eigenen Erfahrungen zu machen. Aber ein paar Begriffe will ich an dieser Stelle doch erläutern, weil sie oft verwendet werden und zu einer ersten Kategorisierung taugen.

Deva / Pflanzendeva / Pflanzengeist

Unter einer Pflanzendeva versteht man das geistige Wesen das hinter einer Pflanze steckt, sozusagen die Seele der Pflanze. So wie wir Menschen als geistige Wesen hier in der materiellen Welt inkarnieren, so inkarnieren geistige Wesen auch als Pflanzen.

Was der Grund dafür ist, dass man mit Pflanzen ebenso auf geistiger Ebene kommunizieren kann wie mit Menschen und Tieren. Das Wort Deva kommt übrigens aus dem Sanskrit und bedeutet so viel wie die Leuchtenden, die Strahlenden.

Und so wurden und werden die Pflanzendevas immer wieder als strahlende Lichtwesen, zuweilen auch etwas neckisch als kleine Blütenelfen oder Waldfeen beschrieben. Was aber immer nur eine Vorstellung ist, denn geistige Wesen an sich haben ja keine körperliche Erscheinung. Bzw. im Fall der Pflanzen eben die Erscheinung der Pflanze wie sie vor uns steht.

Viele Menschen die Heilkräuter sammeln oder Pflanzen ernten, nehmen vorher mit dem Pflanzengeist Kontakt auf. Sie bitten um Erlaubnis und um Hinweise wie viel sie nehmen dürfen ohne der Pflanze zu viel Schaden zuzufügen. Ebenso lassen sich im Gespräch mit einer Pflanzendeva wertvolle Informationen über sie gewinnen.

Kräuterkundige beziehen ihr Wissen nicht selten direkt von den Pflanzen und nicht so sehr aus Büchern. Das geht von der Anwendung bestimmter Kräuter bei bestimmtem Krankheiten bis hin zu detaillierten Informationen über Ernte, Zubereitung und Dosierung. 

Manchmal helfen uns wohlgesonnene Devas sogar aktiv. Immer dann, wenn in unserem Garten scheinbar von alleine genau die Kräuter auftauchen die wir kurz danach tatsächlich brauchen, weil sie zur Heilung eines Leidens benötigt werden.

Weshalb auch davon abzuraten ist, „Unkräuter“ im eigenen Garten all zu vehement zu bekämpfen. Lieber erstmal mit ihnen kommunizieren oder zumindest ihre Wirkung nachschlagen und herausfinden was sie uns sagen wollen. Vielleicht sind wir danach ganz froh dass sie zu uns gekommen sind.

Drachen

Drachen gehören zu den Fabelwesen und es gibt sie in diversen Erscheinungsformen. Während Drachen im christlich geprägten Raum feuerspeiende, nach Schwefel stinkende und dämonische Wesen sind, die bekämpft werden, sind sie im asiatischen Raum filigrane Glückswesen.

Im schamanischen Kontext ähneln sie zwar oft den dämonischen und bösen Drachen, sie sind aber vom Charakter her eher hilfsbereit für alle, die ihre Hilfe anzunehmen bereit sind. Man unterteilt sie zuweilen in die Elemente, es gibt also Feuer-, Wasser-, Luft- und Erddrachen. 

Elementargeister

Von einem Elementargeist oder Elementarwesen spricht man, wenn ein Geisthelfer einem der vier Elemente Feuer, Wasser, Erde oder Luft zugeordnet wird. Somit ist die Bezeichnung Elementarwesen eher ein Überbegriff, bzw. dient der Kategorisierung.

Zu den Erdgeistern gehören die Trolle, Bergmännchen, Elfen, Feen, Zwerge und Gnome. Die Wassergeister sind unter Anderem Wassermänner, Wasserfrauen, Nymphen, Nixen und Meerjungfrauen.

Luftgeister können Wind und Sturm sein, Feuergeister finden sich im Feuer. Beide haben eher selten beschreibbare Formen.

Elfen

Elfen kennt man aus der nordischen Mythologie und aus Disneyfilmen. Wobei das Bild der Elfen in letzteren sehr täuscht. Sie sind mitnichten kleine flatternde Wesen, die mit piepsender Stimme in irgendwelche Schwierigkeiten geraten.

Vielmehr sind sie mächtige und dem Menschen nicht immer wohlgesonnene Spirits die neben der nordischen Mythologie auch in Deutschland, England und anderen westlichen Ländern bekannt sind. 

Es gibt verschiedene Arten von Elfen, neben den hellen und freundlichen Lichtelfen die oft als wohltätig und gutherzig beschrieben werden, gibt es die dunklen Elfen die unter der Erde leben und eher Zwergenhaft erscheinen.

Eine Sondergattung sind die königlichen Elfen, die in ihrer Erscheinung am ehesten noch den Elben aus dem „Herrn der Ringe“ entsprechen.

Faune

Faune sind aus der griechischen Mythologie bekannt und werden auch Satyre genannt. Sie sind Waldgötter und werden gern mit spitzen Ohren, Ziegenschwänzen und gekrümmten Nasen beschrieben. Der Pan mit seinen Ziegenfüßen und Hörnern ist übrigens ein Faun.

Feen

Zu den bekanntesten Naturwesen zählen sicherlich die Feen. Sie kommen in zahllosen Mythologien vor und in den verschiedensten Zusammenhängen. Anders als in klassischen Märchen dargestellt, sind Feen sehr mächtige Wesen. Keinesfalls, wie bei den Elfen, kleine Disney-Flatterwesen in Mädchengestalt.

Feen sind sehr große Wesen, die sehr lange leben und die sehr große magische Fähigkeiten haben. Sie können den Menschen wohlgesonnen sein oder auch nicht. Die wohlgesonnenen Feen helfen Menschen in Not, erscheinen meist in Form wunderschöner Frauen und sie können Wünsche erfüllen. 

Böse Feen hingegen können großen Schaden anrichten und sie sind Meisterinnen darin, Menschen hinters Licht zu führen und in Situationen zu bringen, aus denen sie kaum mehr aus eigener Kraft herauskommen. 

Wer auf einer schamanischen Reise oder auch im Alltag einer Fee begegnet, sollte auf jeden Fall respektvoll und höflich sein. Eine verärgerte Fee kann sehr unangenehm sein.

Goblin

Den Begriff Goblin kennt man vor allem im englischsprachigen Raum, vor allem in Sussex. Sie werden auch Puck oder Pook genannt. Goblins sind den europäischen Kobolden recht ähnlich.

Kobold

Kobolde finden sich in den Mythologien zahlloser Kulturen. Oft sind sie an ein bestimmtes Haus gebunden oder an die Menschen, die dort leben. Sie treiben gerne Schabernack und verhalten sich wie Poltergeister. Sie können ihre Gestalt wandeln.

So nervig sie zuweilen sind, beschützen sie aber doch das Haus und ihre Menschen. Ihre Späße richten nie ernsten Schaden an. Kobolde sind gutmütige und lustige Mitbewohner die viel mächtiger sind, als sie auf den ersten Blick erscheinen.

Nymphen

Nymphen kommen vor allem in der griechischen und römischen Mythologie vor. Sie sind Naturgeister die in weiblicher Form erscheinen und meistens sind sie jung und schön. Sie sind als Naturgeister vor allem an Quellen, Bächen und Flüssen zu finden, aber auch in den Bergen und an Bäumen.

Quasi überall wo die Natur intakt und wo es ruhig ist. Sie sind den Menschen in der Regel wohlgesonnen, aber man darf sie niemals unterschätzen, nur weil sie gerade in Gestalt eines kleinen Mädchens erscheinen. Oft hängt das Gedeihen eines Ortes vom Gedeihen der dort ansässigen Nymphe ab. Stirbt diese oder geht sie weg, stirbt auch der Ort.

Trolle

Trolle sind Bergriesen, bekannt aus der skandinavischen Mythologie. Trolle verkörpern die rohen Naturkräfte, entsprechend unberechenbar sind sie. 

Später vermischten sich die eigentlichen Trolle mit anderen Wesenheiten wie Zwergen, Kobolden oder auch Feen und Elfen. Was den Troll eher zu einem Überbegriff hat werden lassen. Dargestellt werden sie oft hässlich bzw. missgestaltet, manchmal mit nur vier Fingern pro Hand. 

Sie kommen in zahllosen Sagen und Mythen vor, erscheinen aber auch während schamanischer Reisen.

Zwerge

Zwerge werden in der Regel als kleine, oft missgestaltete, menschenähnliche Wesen beschrieben. Meistens stimmen die Körperproportionen nicht, Arme sind zu lang, Beine zu kurz oder Bauch bzw. Kopf zu groß.

Sie sind handwerklich geschickt und können so manchen magischen Gegenstand herstellen. Sie leben gerne fernab des Sonnenlichts, unter der Erde oder in dichten Wäldern. Im Sonnenlicht versteinern sie, so mancher Fels könnte auch ein versteinerter Zwerg sein. 

Gnome

Der Gnom ist ein Elementarwesen, das dem Element Erde zugeordnet wird. Beschrieben werden Gnome häufig als kleinwüchsig und menschenähnlich. Sie sind oft in Bergregionen verortet. Ein bisschen ähneln sie den Kobolden oder Zwergen.

Sie gelten häufig als Hüter von großen Schätzen, zu denen sie manchmal ausgewählten Menschen Zugang gewähren. Was diesen Menschen nicht gut bekommt, wenn sie zu gierig werden. Männliche Gnome werden oft als hässlich beschrieben, während die Frauen sehr hübsch sein können und gelegentlich auch Menschen verführen. 

Waldgeister

Waldgeist ist ein Sammelbegriff für alle Wesenheiten, die man in einem Wald antrifft. Etwas schwammig ist dieser Begriff freilich schon, denn in einem Wald finden sich von den Pflanzenwesen (Devas) über Feen, Elfen und Zwerge bis hin zu Tierwesen nahezu alle Wesenheiten die sich auch ausserhalb eines Waldes finden. Dennoch hat so ein Wald eine ganz spezielle Energie, weshalb es schamanisch arbeitende Menschen immer wieder dorthin zieht (und wegen der Ruhe natürlich).

Nornen

Die Nornen (altnordisch nornir) sind weibliche Wesen der nordischen Mythologie, die von Göttern oder Zwergen abstammen und das Schicksal der Menschen bestimmen. Überlieferungen zufolge wohnen die Nornen an der Wurzel der Weltenesche Yggdrasil, an der Urdquelle, der Quelle des Schicksals aller Menschen.

Ursprünglich gab es wohl nur eine Norne namens Urd, später werden drei von ihnen namentlich genannt: Urd (Schicksal), Verdandi (das Werdende) und Skuld (Schuld), sie entsprechen damit der Dreiheit die sich durch viele Kulturen, Mythologie und Religionen zieht, bzw. sie entsprechen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

In Fragen des Schicksals werden die Nornen gerne angerufen, während Trancereisen oder speziellen Ritualen.

Leprechauns

Der Begriff Leprechaun stammt aus der irischen Mythologie und in Irland sind sie ebenso zahlreich wie – für Sehende – real. Leprechauns sind Elementarwesen und noch am ehesten mit Kobolden vergleichbar. 

Sie sind in der Regel freundlich und suchen auch die Nähe zu Menschen. Sie mögen es wahrgenommen zu werden und sind dann sehr hilfsbereit. Sie unterstützen bei persönlichen Entwicklungen, geben Rat und wollen von Menschen lernen. 

Vor allem, wie man Dinge erschaffen kann, denn diese Fähigkeit fasziniert sie, aber sie fehlt ihnen. Was freilich auch an der fehlenden materiellen Gestalt liegt. Wer sich auf Irland einlässt und seine Wahrnehmung öffnet, wird bald den Kontakt zu ganzen Leprechaunfamilien bekommen.

Was ich dir damit sagen will?

Lass dich drauf ein! Lies gerne alles was du über Naturwesen finden kannst, aber den wirklichen Kontakt zu ihnen bekommst du nur auf geistiger Ebene. Der Weg dorthin lohnt sich, denn es gibt von ihnen unglaublich viel zu lernen.

Hast du dazu Fragen, möchtest begleitet werden oder Hilfe mit einem bestimmten Wesen, dann schreib mir gerne eine Email oder nutze das Kontaktformular

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