Jahreskreisfeste / keltischer Jahreskreis

Jahreskreisfeste / keltischer Jahreskreis

Zu früheren Zeiten war die Natur mit ihrem Verlauf der Jahreszeiten noch viel stärker im Leben der Menschen präsent wie das Heutzutage der Fall ist. Nur all zu oft vergessen wir in unseren klimatisierten Büros wo unsere Wurzeln liegen.

Der Unterschied zwischen Sommer und Winter liegt für moderne Menschen oft genug nur noch in der Einstellung der Klimaanlage im Auto und dem Ärger darüber dass es auf dem Weg zum Auto entweder zu kalt oder zu heiß ist.

Alles dazwischen nehmen wir, wenn überhaupt, nur noch gedämpft wahr. Das Erblühen der Natur im Frühling, die Fülle des Sommers, die reife Wärme im Herbst und der Rückzug der Natur in den Winter hinein sind nur noch theoretische Konstrukte ohne rechten Bezug.

Auf Dauer macht uns das allerdings krank weil wir den Bezug zu unserem Lebensraum verlieren. Mehr und mehr wird den Menschen das wieder klar und das Interesse am Lauf der Natur erwacht.

Weshalb der bewusste Umgang mit dem Jahreskreis wieder verstärkt ins Bewusstsein der Menschen rückt. Schon aus überlieferten Erzählungen über die keltischen Stämme kennen wir Feierlichkeiten zu bestimmten Anlässen. Etwa im 18. Jahrhundert hat sich daraus das entwickelt, das wir heute unter den (keltischen) Jahreskreisfesten verstehen.

Wobei das „keltisch“ gern als Modebegriff verwendet wird, denn warum sollen Feste die dem Lauf der Natur folgen ausgerechnet keltisch sein? Sie sind universell, genau wie der Lauf der Natur universell ist.

Alle Jahreskreisfeste im Überblick:

Der Lauf der Natur

Wer sich einmal näher mit dem Werden und Vergehen im Laufe der Jahreszeiten beschäftigt hat, dem fällt schnell auf, dass die Unterschiede bei weitem nicht nur in Temperatur und Niederschlag liegen.

So verändert sich laufend die Energiequalität unserer Umgebung. Das Licht ändert sich, der Geruch ändert sich, die Seelen der Pflanzen und Tiere zeigen sich unterschiedlich und unsere Stimmung geht dabei mit, wenn wir sie lassen.

Jede Phase des Jahreskreises geht mit anderen Teilen von uns in Resonanz und lässt uns im perfekten Gleichklang mit unserer Umgebung schwingen.

Das führt unweigerlich zu einem tiefen Verständnis der Gesetze des Universums und damit zu einem tiefen Urvertrauen in den Lauf der Dinge. Alles – auch wir Menschen – hat seinen Platz und erfüllt einen tiefen Sinn.

Die Kelten und überhaupt

Den Lauf des Jahreskreises der Kelten zu beschreiben scheitert schon daran, dass es „die Kelten gar nicht gab. Man fasst darunter einen bunten Haufen von Stämmen zusammen die allesamt keinerlei schriftliche Aufzeichnungen hinterlassen haben. Was man weiß, weiß man durch Forscher anderer Kulturen, allen voran der Römer.

So gab es damals in einer Zeit die mehrere Tausend Jahre umfasst haben muss, unzählige Arten die Zeit einzuteilen und zu unterteilen und sicher ebenso viele Varianten bestimmte Fixpunkte zu feiern und zu würdigen.

Was noch heute zu Streitereien führt, die einen machen die Jahreskreisfeste am heutigen Kalender fest, andere am Lauf des Mondes. Dabei haben das die Menschen damals ganz sicher mehr nach Gefühl als nach festen Regeln gemacht. Sie waren ja mittendrin im Lauf der Dinge und haben direkt gespürt was gerade Sache war.

Bestimmte Fixpunkte gab es natürlich auch damals, die Zeiten der Sommer- und Wintersonnwende zum Beispiel oder die Frühjahrs- und Herbsttagundnachtgleiche. Sie waren logischerweise für alle gleich weil sie sich direkt am Sonnenstand orientieren.

Das Zeitgefühl der Menschen damals war sicher auch nicht so linear wie wir es heute sehen. Das kam ja erst durch den Gebrauch von Uhren. Die Geschichten und Märchen aus der Anderswelt zeigen uns das heute noch. Da kann ein Tag schonmal viele Jahre dauern oder viele Jahre ein Tag.

Kleine Kinder erleben das immer noch so, wir Erwachsenen haben diese Möglichkeit leider nur noch selten.

Was aber ziemlich sicher so gesehen wurde, war die Zeit als Kreis. Es gab keinen Anfang und kein Ende, die Zeit verlief in endlosen Kreisen die in Kreisen existierten. Es gab den Jahreskreis in dem die Monatskreise lagen und darin wieder die Tageskreise. Oder noch größer gedacht der Kreis des menschlichen Lebens und darüber noch diverse Kreise der Götterwelt.

Leben und Tod waren Zeiträume innerhalb der Kreise. Alles was war, entstand aus der Dunkelheit und ging wieder in sie über um daraufhin neu zu entstehen. Nichts hatte ein endgültiges Ende, diese Ansichten kamen erst mit der Kirche und dann mit unserer modernen Lebensweise.

Die Übergänge

Wichtig waren die Jahreskreisfeste um die kreisförmig verlaufende Zeit ein klein wenig einzuteilen.

Während der Übergänge, und zwar aller Übergänge, sind die Grenzen zur geistigen Welt dünner und durchlässiger als sonst. Und so ist das auch zu den Jahreskreisfesten die immer einen Übergang von einer Phase in die nächste darstellen.

Diese Übergänge sind so eine Art Niemandsland, zu diesen Zeiten besuchen die Wesen der geistigen Welt die Menschen und die Menschen bekommen leichter den Zugang nach drüben. Diese Zeiten werden gern als „wirbelndes Chaos“ beschrieben, Wünsche und Gedanken manifestieren sich leichter als zu anderen Zeiten.

Auch der „moderne Mensch“ tut gut daran, sich an diese Übergänge zu erinnern und sich zumindest in etwas Achtsamkeit zu üben.

Kalendarisches

Es scheint als ob die Kelten einen Kalender hatten, der Mond- und Sonnenjahr in Übereinstimmung brachte. Dieser Kalender rechnet in Zyklen zu 19 Jahren, was 235 Mondmonaten entspricht. Alle 19 Jahre stehen Sonne und Mond wieder in gleicher Relation zueinander.

62 Mondmonate wurden zusammengefasst, was 5 Sonnenjahre in unterschiedlicher Länge ergibt. Drei davon haben 12 Monate und zwei davon 13 Monate, wobei für den 13. Monat kein Name bekannt ist.

Die Differenz zwischen Sonnenjahr und den 12 Mondmonaten ergibt übrigens die Rauhnächte.

Was du tun kannst

Wichtig ist, sich über das Vorhandensein der Jahreskreisfeste, bzw. der Übergänge die sie darstellen, bewusst zu sein. Wie sie am Ende im Detail begangen werden, ob Meditation im Stillen oder Ritual für die ganze Familie, bleibt jedem selbst überlassen.

Mehr Info findet sich in den Artikeln zu den einzelnen Festen, siehe Auflistung oben.

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