Wintersonnwende / Alban Arthuan / Jul-Fest

Wenn die Nacht am tiefsten ist

Die Wintersonnenwende, auch Jul Fest, Weihnacht, Mutternacht, Modranecht oder keltisch Alban Arthuan genannt, ist eines der heiligsten Sonnenfeste im Jahreskreis. Wenn die Nacht am tiefsten ist, wenn es am dunkelsten ist, dann gebiert die große Göttin tief in der Erde das Sonnenkind.

Das markiert einen wichtigen Wendepunkt im Leben der Menschen, es ist die Wiedergeburt des Lichts nach einer Phase der Dunkelheit.

Man findet diesen Mythos in unglaublich vielen Kulturen. Hier bei uns ist es vor allem die Weihnacht mit der Geburt des Christuskindes, die den Mythos nährt. Auch wenn die Kirche diesen Zeitpunkt ein paar Tage nach der Wintersonnwende sieht.

Aber das spielt gar keine so große Rolle, letzten Endes ist die Geburt des Christuskindes nichts anderes als die Geburt des Sonnenkindes durch Mutter Erde.

Für die Menschen früher war dieser Zeitpunkt noch viel wichtiger als er uns heute erscheint. Viel mehr war man damals vom Sonnenlicht und der Wärme der Sonne abhängig. Alles Leben, vor allem das eigene, hing direkt davon ab.

Da war der Zeitpunkt der Wintersonnwende, wenn man wusste, nun werden die Tage wieder länger, ein sehr wichtiger Zeitpunkt. Um die Hoffnung nicht zu verlieren, um das Licht und die Wärme nicht aus dem Herzen zu verlieren.

Heutzutage tun wir gut daran, uns das ebenfalls immer wieder ins Bewusstsein zu rufen. Auch uns stünde es gut zu Gesicht, das Licht und die Wärme wieder in unsere Herzen zu lassen.

Zumal auch heute noch viele Menschen in der dunklen Jahreszeit unter Depressionen leiden oder zumindest Melancholisch werden und sich einsam fühlen. Speziell diesen Menschen kann die Wintersonnwende die Hoffnung auf ein Ende der Dunkelheit bringen.

Der Jahreskreis

Zu früheren Zeiten war die Natur mit ihrem Verlauf der Jahreszeiten noch viel stärker im Leben der Menschen präsent wie das Heutzutage der Fall ist. Nur all zu oft vergessen wir in unseren klimatisierten Büros wo unsere Wurzeln liegen.

Weshalb der bewusste Umgang mit dem Jahreskreis auch wieder verstärkt ins Bewusstsein der Menschen rückt. Schon aus überlieferten Erzählungen über die Kelten kennen wir Feierlichkeiten zu bestimmten Anlässen. Etwa im 18. Jahrhundert hat sich daraus das entwickelt, das wir heute unter den keltischen Jahreskreisfesten verstehen.

Weitere Infos unter: Jahreskreis …

Zeitpunkt

Die Wintersonnwende findet am 21. Dezember statt. Es ist der Zeitpunkt im Jahr an dem die Nacht am längsten und der Tag am kürzesten ist. Ab der Wintersonnwende werden die Tage wieder länger bis zum Höhepunkt zur Sommersonnwende.

Das Jul-Fest

Jul oder auch Jol ist der Höhepunkt der dunklen Zeit, das Maximum an Dunkelheit und das Minimum an Licht. Aber auch der Punkt der Umkehr, der Punkt an dem das Dunkle zwar seine volle Größe erreicht hat, nun aber wieder kleiner wird bevor es schließlich dem Licht weichen muss.

Die geweihten Nächte rund um das Julfest wurden früher mit einer Vielzahl von Riten begangen, die sich um die Toten, die Sonne, die Fruchtbarkeit und allgemein das Erwachen drehten.

Zu Jul ist der Punkt an dem das, was tot zu sein schien, wieder zu neuem Leben erwacht. Es ist nichts anderes als das Versprechen der Wiedergeburt.

Das Wort „Jul“ bzw. „Jol“ lässt sich als Fest des Zaubers und der Beschwörung deuten. Und es hat einen Bezug zu Odin, der oft den Beinamen „Jolnir“ hat. Odin wird auch als Julzauberer oder Julschamane bezeichnet.

Rund um das Julfest und generell in den Rauhnächten, sorgte er mit seinen wilden Ritten für Unruhe unter den Menschen. Heute noch kennt man zum Julfest die Umzüge die an das wilde Heer von Odin erinnern, man denke an die ganzen Perchtenläufe mit ihren wilden und furchteinflößenden Maskeraden.

Die Rauhnächte

Die „Zeit zwischen den Jahren“, die Zeit zwischen der Wintersonnwende und Neujahr, ist seit je her eine besondere Zeit. Die sogenannten Rauhnächte sind die Zeit in der die Tore zur geistigen Welt über relativ lange Zeit weit offen stehen.

Mehr dazu unter: Rauhnachtsbegleitung

Was du tun kannst

Die Wintersonnwende ist die Wiedergeburt des Lichts und der Aktivität. Das kannst du nutzen um so langsam aber sicher aus der Winterstarre aufzutauchen und dich vorzubereiten auf das was kommen wird.

Gehörst du zu den Menschen die gerne mal in Richtung einer Melancholie abdriften, dann mach dir bewusst, dass es jetzt wieder aufwärts geht, die Tage jetzt wieder länger werden.

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