Sommersonnwende / Alban Hevin / Johannis / Mittsommer / Litha

Das Maximum ist erreicht

Das Maximum ist erreicht! Die Sommersonnenwende markiert den längsten Tag des Jahres und damit auch die kürzeste Nacht. An diesem Tag gibt es das Maximum an Licht, an Helligkeit, an Wärme.

Es ist Sommer, alles gedeiht, manche Früchte sind schon reif, andere auf dem besten Weg dorthin. Kein Wunder dass man früher, zur Zeit der Kelten, dieses Fest am allermeisten feierte. Bis zu 12 Tage lang sollen die Feste gewesen sein. Sicher nicht überall und sicher nicht immer. Aber es ist doch ein Zeichen für die Wichtigkeit der Sommersonnwende.

Was auch nicht verwunderlich ist, früher hing das Leben der Menschen ja noch viel direkter vom Jahreskreis ab. Alles was im Sommer nicht wuchs, konnte im Herbst nicht geerntet werden und hat im Winter unweigerlich zu Hunger und Tod geführt.

Da genoss man natürlich die wenigen wirklich sorglosen Wochen im Jahr und feierte, dass Mutter Erde mit so vielen Früchten schwanger war und sie bald gebären würde. Man konnte diese Fülle nicht nur sehen, sondern auch riechen, hören und schmecken und in den Händen halten.

Etwas, das uns in heutiger Zeit sehr fehlt. Kaum einer von uns hat noch einen Bezug zu seiner Lebensgrundlage. Kaum einer sieht noch Früchte wirklich reifen. So kann auch heute das Mittsommerfest dazu genutzt werden, sich wieder mit der Fülle zu verbinden, sie zu genießen.

Wie alle Jahreskreisfeste ist auch die Sommersonnwende eine Übergangszeit, eine Zwischenzeit, zu der die Grenze zur geistigen Welt dünner und durchlässiger wird. Das wird sie auch ohne die Zuhilfenahme berauschender Substanzen auch wenn diese früher zum Einsatz kamen.

Was sicher die teils verrückten Geschichten aus damaliger Zeit erklärt. Als man die Sonne springen oder die Zwerge unter dem Hollunder Hochzeit feiern sah. Auch konnten die Pferde sprechen und man sah die Elfen.

Oder sind das doch keine „verrückten“ Geschichten? Ist das auch heute noch Realität? Es gibt nur einen Weg, das herauszufinden …

Der Jahreskreis

Zu früheren Zeiten war die Natur mit ihrem Verlauf der Jahreszeiten noch viel stärker im Leben der Menschen präsent wie das Heutzutage der Fall ist. Nur all zu oft vergessen wir in unseren klimatisierten Büros wo unsere Wurzeln liegen.

Weshalb der bewusste Umgang mit dem Jahreskreis auch wieder verstärkt ins Bewusstsein der Menschen rückt. Schon aus überlieferten Erzählungen über die Kelten kennen wir Feierlichkeiten zu bestimmten Anlässen. Etwa im 18. Jahrhundert hat sich daraus das entwickelt, das wir heute unter den keltischen Jahreskreisfesten verstehen.

Weitere Infos unter: Jahreskreis …

Zeitpunkt

Die Sommersonnwende findet am 21. Juni statt. Es ist der Zeitpunkt im Jahr an dem die Nacht am kürzesten und der Tag am längsten ist. Ab der Sommersonnwende werden die Tage wieder kürzer bis zum Tiefpunkt zur Wintersonnwende.

Brauchtum

Heute noch bekannt ist das Mittsommerfeuer, das ursprünglich ein Dank- und Freudenfeuer war und heute auch teilweise noch ist. Die wahren Hintergründe treten halt leider oft in den Hintergrund in unserer getrennten Welt.

Die Feuer wurden und werden umtanzt, man springt voller Übermut darüber oder warf früher sogar die Kinder darüber um sie vor Krankheiten zu schützen und man tat so manchen Liebesschwur. Genügend Raum für Erotik, Lust und Leidenschaft gab es damals ebenfalls, zu Zeiten der Kirche dann nicht mehr so sehr.

Früher wurde zu Mittsommer Starkbier gebraut, das nicht all zu viel mit dem zu tun hatte was wir heute darunter verstehen. Alle möglichen Kräuter wurden dazu benutzt, nicht wenige mit berauschender und aphrodisierender Wirkung. So manches dieser Gebräue würde heute sicher unter das Betäubungsmittelgesetz fallen.

So wurden die Tänze mit fortschreitender Nacht immer wilder und ekstatischer. Die Tänzer waren damals wohl nackt, nur mit einem Kräutergürtel bekleidet. Zumeist wird es der Beifuß gewesen sein oder das Eisenkraut. Letzteres soll sich ja positiv auf die Härte des männlichen Gliedes auswirken.

Diese Nacktheit hatte allerdings keine sexuellen Hintergründe, vielmehr war es ein Ausdruck der Verbundenheit mit dem Heiligen, dem ursprünglichen.

Was du tun kannst

Mach ein Feuer und tanz in voller Dankbarkeit für die Fülle die dich umgibt, darum herum. Wenn du nicht tanzen möchtest, weil dann die Nachbarn doof gucken, mach einfach ein Feuer. Das zumindest, sollte zur Sonnwend nicht auffallen, viele Feuer brennen auch heute noch zu dieser Zeit.

Und dann geh einmal in die Dankbarkeit hinein, in die Dankbarkeit für die Fülle unseres Lebens. Nicht nur für die Früchte des Feldes, auch für das Dach über dem Kopf und die relative Sicherheit der heutigen Zeit.

Vom Wolfsschamanen über den Veitstanz bis zur Kirche

Gefeiert wurde damals natürlich der Gott Baldur bzw. Belenus, der keltische Sonnengott. Er war zur Sonnwende voll in seinem Element und er wurde gebeten, die Felder zu segnen. Auch Pan, der Fruchtbarkeitsgott, wurde angerufen und es gab sicher auch die eine oder andere Opfergabe.

Die Priester die diese Rituale damals durchführten, wurden Bilwispriester oder auch Bilwisse oder Wolfkanker bzw. Uolf-Kankus genannt. Sie waren im Mittelalter ein beliebtes Opfer der Inquisition die solch erotische Praktiken rund um das verpönte Thema Fruchtbarkeit keinesfalls dulden wollte.

Für Pan sind die sog. Wolfskräuter überliefert. Man kennt zum Beispiel die Eberesche, das Christophskraut und die Arnika. Sie wurden um die Felder herum gesteckt um sie zu schützen.

Es muss damals auch eine ganz bestimmte Art der schamanischen Praktiken gegeben haben, den Wolfsschamanismus. Dieser hatte die Sonne und die Feste rund um die Sonne im Fokus und ihr Merkmal waren genau die ekstatischen Tänze die weiter oben schon beschrieben wurden.

Natürlich konnte die Kirche auch das nicht tolerieren und so wurde aus den ursprünglichen Tänzen der Veits-Tanz, benannt nach dem heiligen St. Veit von dem heute noch unzählige Kirchen und Kapellen zeugen. Vermutlich an genau den Orten erbaut an denen früher die ursprünglichen Feste stattfanden. Sein Tag ist der 15. Juni, also ganz in der Nähe der Sonnenwende, aber eben nicht ganz zeitgleich. So offensichtlich wollte man den Zusammenhang wohl doch nicht darstellen.

Kräuter

Zur Sonnenwende sind eine ganze Reihe von Kräutern reif und stehen, vollgepumpt mit reinstem Sonnenschein, in ihrer höchsten Kraft. Diese Sonnenkräuter sind, getrocknet und aufbewahrt, ein Quell der Sonnenenergie in der dunklen und kalten Jahreszeit.

Zu diesen Sonnenkräutern gehört zum Beispiel das Johanniskraut mit seiner antidepressiven Wirkung. Aber auch Arnika (das Wolfskraut), der Beifuß als uralte Schamanenpflanze, das Christophskraut, die Kamille, das Eisenkraut, die Schafgarbe, Holunderblüten und viele mehr.
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