Samhain

Samhain

„Das Ahnenfest“, „das Tor zur Anderswelt“ oder das „keltische Sylvester“ sind nur einige der Bezeichnungen für das Samhain-Fest in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November.

Während Beltane am 1. Mai den Beginn der hellen Jahreszeit markiert, ist Samhain der Beginn der dunklen Hälfte.

Mutter Erde zieht nun ihre Kräfte wieder nach innen, sie begibt sich zur Ruhe. Die Natur zieht sich zurück um neue Kraft zu sammeln für die nächste Wachstumsphase. Die Pflanzen sterben an der Oberfläche scheinbar ab, aber nur um ihre Säfte in die Wurzeln zu verlagern, um neuen Schwung zu holen fürs nächste Frühjahr.

Zu Samhain geht es um den Tod. Aber nicht um den Tod als endgültiges Ende von etwas, sondern um den Tod als Übergang von einer Lebensphase in eine andere. Denn wie wir wissen, haben die früheren keltischen und germanischen Völker die Zeit nicht linear gesehen sondern kreisförmig.

Es gab kein definitives Ende von etwas, es gab nur immer wieder Übergänge von einer Phase in die nächste. Und so ist auch der Tod lediglich ein Übergang.

Samhain ist seit je her ein guter Zeitpunkt um Altes loszulassen und Platz zu schaffen für neue Dinge und/oder Aspekte im Leben. Ein guter Zeitpunkt um alte, ausgediente Konzepte loszulassen.

Auch wir Menschen ziehen zu Samhain unsere Energie in unsere Wurzeln zurück und sammeln so die Kraft um erneut in volle Blüte zu gehen.

Samhain ist aber auch ein Fest der Dankbarkeit für alles was uns die helle Jahreshälfte ermöglicht hat, für alles was in uns und ausserhalb von uns wachsen und gedeihen durfte.

Der Jahreskreis

Zu früheren Zeiten war die Natur mit ihrem Verlauf der Jahreszeiten noch viel stärker im Leben der Menschen präsent wie das Heutzutage der Fall ist. Nur all zu oft vergessen wir in unseren klimatisierten Büros wo unsere Wurzeln liegen.

Weshalb der bewusste Umgang mit dem Jahreskreis auch wieder verstärkt ins Bewusstsein der Menschen rückt. Schon aus überlieferten Erzählungen über die Kelten kennen wir Feierlichkeiten zu bestimmten Anlässen. Etwa im 18. Jahrhundert hat sich daraus das entwickelt, das wir heute unter den keltischen Jahreskreisfesten verstehen.

Weitere Infos unter: Jahreskreis …

Das Wort Samhain

Samhain bedeutet vordergründig einfach nur Sommerende (Sam-Fin). Tiefer betrachtet geht es im Namen um eine Vereinigung.

Früher wurde der Herrscher eines Landes oder eines Volkes viel direkter für das Wohlergehen seiner Leute verantwortlich gemacht als heute. Wurde er als Herrscher eingesetzt, fand quasi eine Vermählung mit der heiligen Erde seines Landes statt.

Die Königin war Mutter Erde höchstpersönlich und der Herrscher des Landes wurde ihr Ehemann, worauf er seine Legitimation aufbaute.

Zum Ende seiner Regierungsperiode opferte sich der Herrscher selbst um seinem Nachfolger Platz zu machen. Echte Ritualmorde dieser Art dürften zwar sehr lange her sein, aber das Brauchtum dazu hat sich in Samhain erhalten.

Zeitpunkt

Ganz ähnlich wie bei Beltane, den Rauhnächten und den meisten anderen Jahreskreisfesten gibt es auch für Samhain verschiedene Zeitpunkte. Der gebräuchlichste folgt dem Sonnenkalender, womit Samhain in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November (Allerheiligen) liegt.

Die Alternative wäre die Rechnung nach dem Mondkalender, bei der Samhain auf den 11. Neumond fällt.

Die Ahnen

Samhain ist nicht nur das Fest an dem man den Ahnen, also seinen Vorfahren, gedenkt. Vielmehr ist es auch der Zeitpunkt an dem die Wesen aus der „Unterwelt“ und die noch ungeborenen Seelen die Grenze zum Diesseits überschreiten.

Ob das nun positiv oder negativ zu bewerten ist, hängt davon ab welches Verhältnis man zu seinen Vorfahren hat. Zu früheren Zeiten nahm man an, die Ahnen hätten zu Samhain die Möglichkeit zu den Orten ihres vergangenen Lebens zurückzukehren.

Nicht wenige dürften die Rache ihrer Vorfahren gefürchtet haben, allerdings war man auch auf Rat und Unterstützung angewiesen.

Übergänge

Wenn man davon ausgeht dass Zeit nicht linear verläuft sondern kreisförmig und sich einzelne Phasen in immerwährender Abfolge abwechseln, dann ist Samhain einer der Übergänge von einer Lebensphase in die nächste. In diesem Fall, sogar ein sehr wichtiger, nämlich von der hellen in die dunkle Jahreshälfte.

Zu diesen Übergangszeiten scheinen die Dinge niemals ganz klar zu sein, man denke an das berühmte Zwielicht oder die wichtigste aller Zwischenzeiten, die Rauhnächte. In diesen Zeiten ist die Trennung zwischen materieller und geistiger Welt nicht so ganz klar, die Grenzen sind fließend.

Das hat Vor- und Nachteile, ein sehr großer Vorteil ist, dass das was wir uns manifestieren viel schneller ankommt und Wirkung zeigt.

Diese Zeiten werden oft als wirbelndes Chaos wahrgenommen und die Reise in die Anderswelt fällt uns besonders leicht.

Die Anderswelt

Der Kontakt zur geistigen Welt ist zwar immer möglich aber zu Samhain eben besonders leicht. Was die Menschen immer schon nicht nur erfreut sondern auch erschreckt hat.

Man fürchtete sich zum Beispiel vor „bösen“ Geistern die Unheil anrichten, viele Leute blieben sicherheitshalber Zuhause. Die mutigen allerdings zogen sich wilde Kostüme an und liefen lärmend durch die Straßen. Viele dieser Bräuche haben sich bis Heute erhalten.

Auch Opfergaben aller Art waren früher gang und gäbe. Sogar Tieropfer und Legenden zufolge auch Menschenopfer gab es. Letztere Brauchtümer sind zum Glück ausgestorben.

Tod des Jahreskreiskönigs

Zu Samhain findet der Tod des Jahreskreiskönig (Sonne) statt. Der Sonnenhirsch wird erlegt und dessen Gattin, die Göttin der Vegetation wird in die Unterwelt verschleppt wo sie als Totengöttin herrscht. Oft erscheint sie den sehenden Menschen als altes Weib.

Samhain Bräuche

Ein paar Bräuche haben sich von damals erhalten und einige neue sind hinzugekommen.

Halloween ist so einer, mit geschnitzten Kürbissen und allerhand Schabernack wirkt er reichlich exotisch. Ist er aber gar nicht, der Name leitet sich ab von All Hallows Eve, also von Allerheiligen, das am 1. November begangen wird. Halloween ist also nichts anderes als der Vorabend zu Allerheiligen.

Und Allerheiligen ist hierzulande ja durchaus gebräuchlich, man geht an diesem Tag auf den Friedhof um seine Verstorbenen zu besuchen. Die Kirche hat hier mal wieder geschickt ihr Mäntelchen über einen alten Brauch gestülpt.

Gar nicht kirchlich machen es die Hexen, die begrüßen das neue Hexenjahr und verabschieden sich von Satan. Dieser stirbt und wird zum Yulfest wiedergeboren.

Große Feuer werden mancherorts entzündet um die „bösen“ Mächte zu verscheuchen. Oft sogar zwei nebeneinander, durch das Hindurchlaufen reinigt und schützt man sich.

In manchen Gegenden wird zu Samhain das Feuer im Ofen gelöscht und dann neu entfacht. So mancher Orakelbrauch wird durchgeführt um den richtigen Partner zu finden oder die Zukunft zu deuten.

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