Imbolc / Lichtmess

Imbolc / Lichtmess

Imbolc findet in der Nacht vom 01. auf den 02. Februar statt und ist das Fest zu dem die Kräfte des Lichts und des Lebens erstmals wieder ganz vehement an die Oberfläche streben. Noch völlig wild und ungebrochen schaffen sie es, die Natur nach langer Winterstarre wieder zum Leben zu erwecken.

Es ist die Kraft die Kinder und Jugendliche haben, noch ganz unverdorben und unvoreingenommen. Sprühend vor Lebensenergie sprengen sie die Verkrustungen des Lebens. Wie ein Sturm brausen sie durchs Leben, unaufhaltsam und ungehemmt. Genau so ist die Energie von Imbolc.

In der Nacht vom 1. auf den 2. Februar geschehen gar wunderliche Dinge. Wie von Zauberhand scheint das Tageslicht plötzlich wieder heller zu sein, obwohl die Welt zumeist noch tief im Winterschlaf steckt.

Klar, die Tage werden seit der Wintersonnwende am 21. Dezember schon wieder länger, nur jetzt fällt es plötzlich auf. Und es fällt nicht nur uns Menschen auf, sondern auch der Natur. Wer genau hinschaut, der merkt dass bereits die ersten Säfte in die Bäume steigen und dass die Tage merklich länger werden

Der Jahreskreis

Zu früheren Zeiten war die Natur mit ihrem Verlauf der Jahreszeiten noch viel stärker im Leben der Menschen präsent wie das Heutzutage der Fall ist. Nur all zu oft vergessen wir in unseren klimatisierten Büros wo unsere Wurzeln liegen.

Weshalb der bewusste Umgang mit dem Jahreskreis auch wieder verstärkt ins Bewusstsein der Menschen rückt. Schon aus überlieferten Erzählungen über die Kelten kennen wir Feierlichkeiten zu bestimmten Anlässen. Etwa im 18. Jahrhundert hat sich daraus das entwickelt, das wir heute unter den keltischen Jahreskreisfesten verstehen.

Weitere Infos unter: Jahreskreis …

Das Wort Imbolc und der Zeitpunkt

Der Name Imbolc bedeutet so viel wie „Anlegen der Schafe zum Säugen“. Es war der Zeitpunkt zu dem die ersten Lämmer geboren wurden.

In der Nacht vom 1. auf den 2. Februar wird Imbolc gefeiert.

Brigid, die Lichtjungfrau

Imbolc ist der Zeitpunkt an dem die im Winter vorherrschende schwarze Göttin Percht, Morrigane oder Cerridwen der lichtvollen Götting Brigid weichen muss. Diese wird auch als Lichtjungfrau bezeichnet und ihr Name bedeutet in etwa „die vom Strahlenkranz umgebene“.

Gemeinsam mit ihr kommen die Fruchtbarkeitsgeister und Elementarwesen aus der Erde, repräsentiert vor allem vom Bär. Dieser soll angeblich immer genau zu Imbolc seinen Kopf aus der Winterhöhle strecken um zu sehen wie weit denn der Frühling schon ist.

Er steht sinnbildlich für den gerade wiedergeborenen und noch sehr jungen und wilden Sonnengott.

Bär und Sonnengott stecken übrigens auch im Märchen „Schneeweißchen und Rosenrot“. Unter dem Pelz eines Bären verbirgt sich der golden leuchtende junge Prinz, bzw. der junge Sonnengott. Die beiden Mädchen verkörpern die Göttin Brigid und die alte Frau die dem Bären im Winter Zuflucht gewährte ist niemand geringerer als Mutter Erde persönlich.

Der Antritt der Herrschaft von Brigid als die weiße Göttin und dem Bär, bzw. Götterbär wurde auch als das Ende der Weihnachtszeit gesehen. Ihre Herrschaft dauert bis Mai.

Die Göttin Brigit ist auch die Hüterin des Feuers und sie bewacht zu Imbolc höchstpersönlich das heilige Feuer. Das war sonst die Aufgabe von 19 Priesterinnen. 19, weil nach jeweils 19 Jahren Sonne und Mond wieder in der selben Relation zueinander stehen (Sarosperiode, ein großer Mondumlauf-Zyklus). 19 Jahre ist somit ein ganz besonderer Zyklus der sich eben auch in den 19 Priesterinnen, bzw. Feuerhüterinnen ausdrückt. Übrigens haben viele Steinkreise in England und Irland 19 Steine.

Brigid besitzt auch den Feuerpfeil, der zu Imbolc als erster richtiger Sonnenstrahl die Erde trifft. Man kann ihn aber auch als Liebespfeil sehen, der ins Herz trifft und die Frühlingsgefühle erweckt.

In manchen Erzählungen wird die Brigid von Lichtsäulen und Flammen begleitet.

Tanzen und Feiern

Von den keltischen Völkern ist überliefert dass sie zu Imbolc die Brigid mit einem Feuerfest begrüßten. Es ging hoch her, es wurde Orakelt und es wurden wohl auch Probeehen für ein Jahr geschlossen.

Die Christen, bzw. die christliche Kirche kam gegen dieses Fest nicht an und so wurde mit der Bezeichnung Maria Lichtmeß einfach ein kirchlicher Rahmen übergestülpt.

In manchen Gebieten wurde das Jahresrad am Katharinentag am 25.11. bis Lichtmess angehalten. Und deshalb hatte in dieser Zeit auch die Drehung des Tanzens zu unterbleiben. Es gibt den Spruch „Kathrein stellt das Tanzen ein“. Als das Tanzen dann zu Imbolc wieder erlaubt war, wurde das natürlich ekstatisch ausgelebt.

Brauchtum

Man sagt, wer „sehen“ kann, der kann zu Imbolc die Brigid auf einem Hirsch reiten sehen. Sie weckt die Samen und rüttelt die Bäume wacht so dass sie sich für den Frühling rüsten.

Tief im Brauchtum verankert ist das Neuentfachen des Lichts an Imbolc. Es wurden beispielsweise brennende Kerzen durchs Haus und durch die Ställe getragen um die Energie des Lichts überall zu verteilen.

Es gibt auch den sehr schönen Brauch, ein Lagerfeuer mit einem brennenden Pfeil zu entzünden. Was freilich einiges Geschick und auch etwas Glück braucht um es so zu treffen dass es auch wirklich brennt.

Auch nächtliche Fackelumzüge sind überliefert oder das Neuentzünden der Herdfeuer durch die herumgetragene geweihte Fackel.

In manchen Gegenden werden kleine Schiffchen mit brennenden Kerzen aufs Wasser gesetzt. Sie treiben den Fluss hinab und verbreiten so das Licht.

Die Kirche hat aus diesen Bräuchen die Kerzenweihe gemacht, die Maria Lichtmess heißt.

Manche Bauern rütteln an Imbolc immer noch ihre Bäume wach um das Leben in ihnen zu wecken.

Und wie an allen Übergängen zwischen den Zeiten wird auch gerne orakelt um zu sehen wer heiraten wird, wer sterben muss oder wann der Winter zu Ende ist.

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