HB-Männchen reloaded …

Wer von euch kennt es noch? Das HB-Männchen? Zugegeben, es ist lange her dass eine Zigarettenmarke solcherlei Werbung im Fernsehen bringen konnte.

Für alle die es nicht wissen, das HB-Männchen ist bei jeder Gelegenheit „in die Luft gegangen“, hat sich also derart aufgeregt dass es weggeflogen ist. Die Lösung im Werbespot war immer, eine HB-Zigarette zu rauchen … Der interessierte Leser findet die alten Spots fast alle bei youtube.

Gut, die Lösung mit der Zigarette möchte ich an dieser Stelle nicht empfehlen. Aber das Prinzip ist interessant.

Dieses HB-Männchen gibts nämlich ziemlich oft und wer ehrlich zu sich selbst ist, der muss zugeben dass auch er zuweilen eines ist.

Jemand sagt etwas, oder tut etwas oder ist einfach nur anwesend und sofort sind wir auf 180.

Im privaten Bereich meiden wir solche Menschen in der Regel und umgeben uns mit Leuten, die „auf der gleichen Wellenlänge“ sind. Funktioniert auch gut, mal abgesehen von der engeren Familie.

Aber wie ist das im Beruf? Da bestimmen selten wir selbst mit wem wir zusammenarbeiten. Wir bekommen ein Team vor die Nase gesetzt und mit dem müssen wir arbeiten. Sachlich und effizient.

Wir sind Profis, wir kriegen das hin. Wenn da nicht dieser saudoofe kreutzbirnmaumzefix….. Typ wäre, der alles, wirklich alles! In den falschen Hals kriegt. Ausserdem arbeitet er nicht effizient und drückt sich nicht präzise aus. Und überhaupt, seine Krawatten sind das allerschlimmste … aufregen könnte man sich da. Aufregen!

Und der Chef ist ein Ar… was der sich erlaubt! In welchem Ton der eigentlich mit uns spricht. Gar nicht mit mir, nein, eher wie er mit Kollegin xyz umgeht. Und die merkt es nicht mal. Aufregen könnte ich mich da. Aufregen!

Merkst du, wie dir schon beim Lesen die Energie flöten geht? Wo geht sie nur hin? In die Arbeit und das Ergebnis des Teams mal ganz sicher nicht.

Solche Konstellationen haben schon ganze Teams implodieren lassen und große Projekte verhindert. Nicht, weil es auf fachlicher Ebene gehakt hätte oder etwas Wichtiges gefehlt hätte. Nein, alleine weil das Team scheinbar nicht miteinander „konnte“. Oder der Chef nicht mit dem Team, bzw. das Team nicht mit dem Chef.

Und wir können scheinbar absolut nichts dagegen tun!

Sicher, es gibt Trainings die uns zeigen wie wir zu reagieren haben und wir können das ein Stück weit üben. Uns verbiegen, uns hinter Masken verstecken uns dazu zwingen, nicht zu reagieren. Aber wie viel Lebensenergie das verbraucht!

Was können wir auch dafür, wenn man uns immer wieder solche Deppen ins Team setzt. Und mit denen müssen wir dann arbeiten. Das KANN nicht funktionieren.

Aber was passiert hier wirklich? Mal von Aussen betrachtet? Was läuft hier ab?

Ist die komische Krawatte des Kollegen wirklich ein Problem? Ist der Umgang des Chefs mit Kollegin xyz wirklich unsere Baustelle? Arbeitet der Kollege wirklich ineffizient und muss uns das überhaupt interessieren? Ist das so? Oder ist das nur das, was bei uns ankommt?

Warum triggert uns das so?

Und mit der Frage sind wir schon bei der Lösung. Mit der Frage: „Warum triggert UNS das so?“. Das ist wie ein Schalter den wir in uns haben und bestimmte Personen scheinen den zu kennen. Und sie drücken laufend drauf und jedes mal gehen wir in die Luft. Wie das HB-Männchen. Nur dass uns eine Zigarette rein gar nichts hilft.

Dieser Schalter ist der Knackpunkt. Wo kommt er her und warum ist er da? Da herauszufinden ist der Weg zur Lösung. Die Ursachen dieser Schalter, die ja nichts anderes als automatische Reaktionsmuster sind, liegen oft sehr tief. Und sie liegen auf Ebenen die selten etwas mit unserem jetzigen Alltag zu tun haben.

Sie liegen in unserer Kindheit, oft sogar in unserer Ahnenlinie oder gar in früheren Inkarnationen. Weshalb es auch so schwer ist, sie zu finden. Denn erst einmal müssen wir erkennen dass diese Schalter existieren und eben nicht das Gegenüber „Schuld“ ist. Dann müssen wir auf die Suche gehen und das führt uns praktisch immer auf Ebenen die wir für uns alleine kaum erreichen.

An Stellen, die wir bei uns selber oft gar nicht sehen wollen, weil sie weh tun. Weil sie anstrengend sind. Weil die im Dunkeln liegen. Oft schon so lange dass wir uns bewusst gar nicht daran erinnern können. Letzten Endes ist es ein Stück weit der Weg zu uns selbst, den wir gehen müssen. Aber er lohnt sich, dieser Weg. Er lohnt sich.

Wann gehst du los?

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