Fast möchte man die Überschrift einfach so hinnehmen. Traurig aber wahr. Unsere Gesellschaft scheint derart auf Leistung ausgelegt zu sein, dass man sich fast schon schämen möchte, wenn man einmal nicht im Stress ist.

Beruflich ist es ganz schlimm. Wer erfolgreich ist, der muss auch Stress haben. Viel machen, viel schaffen, am Besten noch Überstunden, aber niemals nichts. Und vor allem nie anmerken lassen … das heißt .. eigentlich schon. Das Umfeld muss ja merken wie kraftvoll dynamisch und leistungsstark man ist. Also immer genau so viel Stress zeigen, dass man als leistungsstark aber nicht gesundheitlich angegriffen gilt. Denn das würde ja Schwäche offenbaren. Was für ein Stress!

In der Freizeit geht es dann weiter. Denn wer erfolgreich ist und viel Stress hat, der muss ihn ja auch wieder abbauen. Und das geht am Besten beim Skifahren, Reiten, im Fitnesstudio, beim Kurzurlaub, wahlweise mit oder ohne Wellness, im Theater, Museum, Kino … der reinste Stress, dieser Stressabbau.

Aber man kann es sich ja auch leisten und man gönnt sich ja sonst nichts.

Wohin das führt wissen alle, die schon einmal ans Ende ihrer Leistungsfähigkeit gekommen sind, an den viel zitierten und schon gesellschaftsfähigen Burnout. Ja, gesellschaftsfähig ist er, wer hat heutzutage denn noch den guten alten Herzinfarkt? Nein, selbst bei der Wahl der elegantesten Möglichkeit seine Gesundheit an die Wand zu fahren, machen wir uns noch den Stress eine möglichst langwierige Variante auszusuchen.

Hat man diese Phase überwunden folgt natürlich die Selbstfindung. Die ganz schön stressig werden kann, schaut man sich die vielen Angebote dazu so an …

Aber warum das Ganze? Und viel wichtiger, was kann ich tun, damit es anders läuft?

Aussteigen kommt für die meisten Menschen nicht in Frage. Nicht, weil sie es sich nicht vorstellen oder finanzieren könnten. Sondern weil man sich immer selber mitnimmt, egal wie weit weg man reist. Man hat sich selbst und seine seelischen Muster und Verstrickungen immer dabei. IMMER!

Weglaufen geht nicht und schon gar nicht vor sich selbst!

Man müsste sie auflösen, diese Verstrickungen, diese überalterten Gedankenmuster, diese Resonanzen die uns immer wieder dazu bringen das zu tun was andere uns sagen – und nie das was wir wirklich wollen. Wenn wir denn überhaupt schon so weit gekommen sind, zu wissen was wir wollen. Die größte Anstrengung ist es oftmals, das was wir wollen von dem zu trennen was uns glauben gemacht wurde, was wir zu wollen hätten.

Wer jetzt glaubt, der Schamane plaudert da aus dem Nähkästchen obwohl er keine Ahnung hat, dem sei gesagt: Ich habe das alles durchexerziert! Alles! Schamane wird man nicht aus Büchern, Schamane wird man per „learning by doing“. Ich habe sie also aufgelöst, die Verstrickungen, Gedankenmuster und Glaubenssätze. Zumindest viele von ihnen, aber allemal genug um nun anderen Menschen dabei helfen zu können das gleiche zu schaffen.

Das führt am Ende nicht zum Ausstieg aus der Gesellschaft, ganz im Gegenteil. Es führt zu starken und selbstbestimmten Menschen die wirklich Kraft haben und nicht selten die Gesellschaft nachhaltig verändern.